Die Erstersteigung der Großen Bischofsmütze erfolgte durch die Ramsauer Bergführer Johann Schrempf (auch bekannt als Auhäusler) und Johann Steiner am 28. Juni 1879 über die Nordschlucht.
Die bekanntesten und höchsten Gipfel des Dachsteingebirges und des Gosaukamms waren Ende des 19. Jahrhunderts bereits erstiegen. In weiterer Folge wandte man sich den markanten Wandfluchten zu. 1903 fand zum Beispiel Gustav Jahn einen eindrucksvollen Weg durch die Südwand der Großen Bischofsmütze. Auch heute noch gilt der so genannte Jahnweg als nicht zu unterschätzende Kletterei. 1906 wurde von Alfred von Radio-Radiis der ersten Gebietsführer für das Dachsteingebirge verfasst und trieb damit die touristische Entwicklung des Gebietes weiter voran.
Im Gosaukamm war der Däumling der letzte unerstiegene Gipfel. Am 18. September 1913 standen der berühmte Paul Preuss und Günter von Saar als erste Menschen auf dem markanten Felsturm. Noch im gleichen Jahr sollte Paul Preuss beim Versuch einer Erstbesteigung an der Manndlkogel Nordkante tödlich abstürzen. In der Zwischenkriegszeit wurden zahlreiche Wände des Gosaukamms auf sehr kühne Art und Weise erschlossen. Ein Meilenstein dieser Erschließungswelle ist zweifellos die von den beiden aus Bad Goisern stammenden Sepp Lichtenegger und Lois Macherhammer am 10. und 11. September 1932 erstbegangene Ostkante des Däumlings. Ein weiterer Name steht unmittelbar mit der Erstbesteigungsgeschichte der Zwischenkriegszeit im Gosaukamm in Verbindung, nämlich Hubert Peterka. An (damals) untergeordneten Bergen schob Peterka die Grenzen des noch Kletterbaren immer weiter nach oben.
Am 3. August 1948 gelang Willi End eine Erstbegehung der Direkten Nordwand an der Großen Bischofsmütze. Um diese Erstbegehung ranken sich durchaus auch Mythen. Möglicherweise waren zwei Kletterer (Spitzelburger und Palaoro) schon 1947 durch die abweisende Wand geklettert. Nichts Genaues weiß man nicht – wie es so schön im Führer von Kurt Schall und Thomas Jekel aus dem Jahre 1996 heißt.
1958 bringt der zuvor genannte Wiener Willi End den ersten Dachsteinführer in der Reihe der Alpenvereinsführer heraus. Zahlreiche Neuauflagen machten diesen Führer zum Standardwerk für den Gosaukamm, an dessen Tatsache sich bis 1996 nichts ändern sollte. Auch heute noch sind diese leider vergriffenen Bücher ein hervorragendes Standardwerk für das Gebiet.
Die Freikletterwelle schwappte in den späten 1960er Jahren bzw. in den frühen 1970er Jahren von den Vereinigten Staaten ausgehend auch in die Alpen über. Für das Klettern bedeutete das die Abkehr vom (rein) technischen Klettern hin zum Freiklettern. Dabei dürfen Seil und Haken lediglich zur Sicherung und nicht zur Fortbewegung verwendet werden.

Es waren vor allem einheimische Kletterer, die diese neue Form des Kletterns nun auch im Gosaukamm umsetzten. Allen voran waren es Hias Schreder, Edi Lindenthaler und Albert Precht. Die ersten Touren im magischen siebten Grad wurden im Gosaukamm nur wenig später als die Pumprisse (1977) im Wilden Kaiser erschlossen. Zu den ersten Siebenertouren im Gosaukamm zählen die Harakiriplatte am Glatscherofenkogel (1979) und der Schinderriss am Angerstein (1982).
Das bohrhakengesicherte Sportklettern hält erst sehr spät im Gosaukamm Einzug, wenngleich die allerersten Bohrhaken schon sehr früh (vermutlich 1980) im Gosaukamm gesetzt wurden. Diese Tatsache ist noch außergewöhnlicher, wenn man bedenkt, dass diese Bohrhaken in der Däumling Ostkante von keinem geringerem als Klaus Hoi gesetzt wurden. Damals wurden an den Standplätzen sowie an den Abseilständen Stahlbügel einzementiert. Diese Aktion wurde von einem Seilhersteller (auch zu Werbezwecken) finanziert.
1984 begingen Michael Schierhuber und Christian Enserer eine Einstiegsvariante zum Angerstein Westpfeiler und setzten dabei 4 Bohrhaken. Die erste eigenständge und mit noch immer wenigen Bohrhaken ausgestattete Sportkletterei ist die 1985 von Klaus Hausl und Norbert Reizelsdorfer von unten erstbegangene Zauberflöte in der Südwestwand des Angersteins. Diese Route wurde mittlerweile saniert. Die Originalbohrhaken können aber noch immer bewundert und bei Bedarf auch geklinkt werden.

Mit der Route Vampir (1986) und mit der Route Sieger sehen anders aus (1987) wurden in der selbigen Wand nur kurze Zeit später (moralische) Meilensteine des Sportkletterns eröffnet. Volker Möllenhoff und Stefan Worlitzer richteten mit der Humpy Dumpy (1986) am Plattenbauch des Glatscherofenkogls die erste, südfranzösisch gesicherte Bohrhakentour ein. Der Blick in das Tourenbuch der Stuhlalm zeugt auch heute noch von der sehr kontroversiell geführten Auseinandersetzung zwischen den Bohrhakenbefürwortern und den Bohrhakengegnern.





Viele Jahre und einen generellen Haltungswandel später begann Heinz Sudra systematisch Touren mit sehr guter Bohrhakenabsicherung zu eröffnen. Mit der Route Chrysanthemes (1995) wurde ein Plaisierklassiker im Gosaukamm eröffnet. Aus heutigem Blickwinkel ist die Absicherung der Tour aber durchaus noch weiträumig. Kaum vorstellbar, dass zur Zeit der Erstbegehung sehr heftig darüber diskutiert wurde.
Mittlerweile finden sich Bohrhaken in vielen Routen des Gosaukamms. Erstbegehungen werden fast ausschließlich mit Bohrhaken abgesichert. Aber auch in den klassisch alpinen Routen finden sich zumindest an den Standplätzen gebohrte Haken. Heinz Sudra hat mit der Sanierung der Nordwestkante auf die Vordere Kopfwand sowie der Sanierung der Westkante auf den Eisgrubenturm das nachträgliche Absichern von Routen salonfähig gemacht. Mit dem 2003 initiierten Projekt Gosaukamm bildete sich in weiterer Folge eine Diskussionsplattform für die Sanierungsarbeiten im gesamten Gebiet, wodurch ein Bohrhakenstreit wie zum Beispiel im Tennengebirge oder am Hochkönig weitestgehend vermieden werden konnte.